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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Vorratsdatenspeicherung vorerst vom Tisch!

Für viele ist heute ein Tag zum feiern, denn das umstrittene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wurde heute durch das Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig und damit ungültig erklärt:

http://www.tagesschau.de/inland/bundesverfassungsgericht144.html

Abzuwarten bleibt, ob ggf. eine Überarbeitung des Gesetzes nachfolgt, welche Inhalte diese Überarbeitung hat und ob man sich erneut vor dem Bundesverfassungsgericht wiedersieht.

Vorratsdatenspeicherung

Die Webseite der Tagesschau hat eine schöne Übersicht der Themen zur Vorratsdatenspeicherung:

http://www.tagesschau.de/inland/vorratsdatenspeicherung126.html

Hier direkt auch ein Artikel zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, man darf gespannt sein, was entschieden wird.

Alternative DNS-Server

Als kleine Ergänzung noch eine Liste von DNS-Servern, da Google wohl mit seinen DNS größeres vor hat… (siehe Heise/IX):

Auf http://www.fixmbr.de/opendns-und-andere-freie-dns-server/ findet man eine Vielfalt von alternativen DNS-Servern und sogar Anleitungen, wie man diese konfiguriert.

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Das Stoppschild der Frau Von der Leyen

Es erstaunt mich immer wieder, mit welcher Naivität Politiker, in diesem Fall (mal wieder) die der deutschen Regierung, über internetrechtliche Belange diskutieren, ohne auch nur zu Wissen, von was man da eigentlich redet. Das Thema ist zwar nun schon etwas älter, die Diskussion aber läuft und läuft… Reden wir heute mal wieder über das beliebte Zugangserschwernisgesetz. Frau Von der Leyen und die Teile der Regierung, die sie damit überzeugen konnte, möchten damit das Besuchen von – zunächst  ausschließlich – kinderpornographischen Seiten unmöglich machen. Auf den ersten Blick scheint diese Initiative recht sinnvoll, denn wenn die Nachfrage fehlt, stirbt der Markt für solche Inhalte (um es mal sehr trocken auszudrücken). Eine Kleinigkeit hat Frau Von der Leyen dennoch vergessen: Die Inhalte sind noch da, und im Internet sind – man höre und staune – auch Fachleute unterwegs. Fachleute, die wissen, wie man solche Sperren, wie sie von der Regierung beschlossen wurden, innerhalb von Sekunden unwirksam machen kann.

Beleuchten wir kurz die Funktionsweise dieser Sperre: Bei jedem Zugriff auf eine Internetseite schickt der Browser zunächst einen DNS-Request an den im PC eingestellten DNS-Server, meist den des Providers (z. B. Telekom). Dieser Server prüft nun, ob der zu dem angeforderten Namen (z. B. matthias-lohr.net) auch eine IP kennt. Wenn ja, liefert er diese zurück, wenn nein fragt er den nächst “höheren” Server (bei einer .de-Domain die Nameserver der DENIC) “wer kennt denn die IP zu dieser Domain?”. Dieses Fragespielchen geht solange, bis der erste angefragte DNS-Server die Antwort kennt, diese speichert (falls noch mehr Anfragen zu dieser Domain kommen) und das Ergebnis an den Kunden zurückliefert. Die Telekom und alle anderen Internetzugangsprovider werden im Rahmen der Internet-Sperren dazu verpflichtet, bestimmte Domains, die im Zusammenhang mit Kinderpornographie bekannt geworden sind, immer auf eine feste IP umzuleiten, die nicht mehr dem Original-Ziel entspricht. Auf dem damit angefragten Server hat Frau Von der Leyen ein Stoppschild mit Apellen an die Menschlichkeit hinterlassen, welches sich der Internetbenutzer nun ansehen darf.

Wie schon oft und reichlich diskutiert, kann der Benutzer aber in seinem Betriebssystem selbst wählen, welche DNS-Server er benutzt. Beispielsweise kann man, statt die IP der heimischen FritzBox, einfach die DNS-Server von Google eintragen (8.8.4.4, 8.8.8.8). Schon ist man nicht mehr auf DNS-Server, die der deutschen Gerichtsbarkeit unterliegen, angewiesen, und merkt von den Websperren nichts.

Nun ist aber DNS dafür bekannt, dass es relativ leicht zu beeinflussen und die Daten darin zu fälschen sind (siehe Heise-Meldung). Um DNS ein klein wenig sicherer zu machen, wurde das DNSSEC-Protokoll entwickelt, welches es ermöglichst, gefälschte DNS-Antworten zu erkennen und ggf. auf andere Server auszuweichen, von denen man eine korrekte Antwort erhalten hat. Zur Zeit beraten die Betreiber der root-Zone, sowie auch die DENIC, wie der Betrieb mit DNSSEC aussehen kann und stellen entsprechende Testszenarien zusammen.

Der interessante Punkt ist nun folgender: Die Eingriffe der Provider in das DNS-System sehen für jeden Rechner, der DNSSEC versteht und überprüft, nun wie Fälschungen aus. Ein gut konfigurierter Rechner meldet also seinem Benutzer, dass jemand versucht, offensichtlich falsche Daten zuzustellen bzw. ignoriert der Rechner diese sogar und fragt direkt andere Nameserver. Der Effekt dabei ist, dass die IP mit dem schönen Stoppschild nie zum Kunden kommt, sie ist ja eine Fälschung. Also wird auch niemand das Stoppschild sehen, sondern nach ein wenig Arbeit (nämlich der Konfiguration anderer Nameserver) die Original-Inhalte.

(Für diejenigen, die wissen, wie DNSSEC funktioniert) Natürlich ist es möglich, in der einer gesperrten Domain übergeordneten Zone einen eigenen DS-Schlüssel hinterlegen zu lassen, mit dem sich die Echtheit der gefälschten Daten beweisen lassen würde (welch ein Satz…), allerdings untersteht nur ungefähr eine TLD der deutschen Regierung, weswegen diese Lösung ausschließlich für die de-Zone anwendbar wäre. Eine weitere Alternative wäre die komplette Filterung des innerdeutschen Datenverkehrs, um die Nutzung von nicht erlaubten DNS-Servern aufzuspüren. Allerdings wandere ich vorher nach China aus!

Nach soviel destruktiver Kritik noch ein wenig Konstruktives: Mir ist kein Staat bekannt, der Kinderpornographie befürwortet. Daher sollte es in einer internationalen Initiative doch eigentlich möglich sein, ein Informations-Netzwerk aufzubauen, in dem Regierungen sich untereinander informieren, wenn Sie in einem nicht unter ihrer Kontrolle stehenden Internet-Bereich einen Server aufgespürt haben, der kinderpornographische oder sonstige verwerfliche Inhalte enthält. Damit wäre dann auch die Löschung – die meines Erachtens ohnehin vorgenommen werden sollte, allerdings nicht ohne Anordnung eines Richters – von Seiten möglich und die Welt ein klein wenig schöner…

Vertrauenswürdige SSL-Zertifikate unter Linux

Unter Linux gibt es verschiedenste Wege, SSL-Zertifikate zu verwalten und diesen das Vertrauen auszusprechen. Auf welche Quellen sich eine Anwendung beruft ist meist nur sehr schwer herauszufinden. Daher stelle ich hier mal ein paar Möglichkeiten vor, wie man Zertifikaten (wie z. B. der der Zertifizierungsstelle CACert) das Vertrauen aussprechen kann.

Zuersteinmal sollte man sich die Zertifikate der jeweiligen Zertifizierungsstelle im pem-Format herunterladen. Diese Dateien kann man nun (als root) im Verzeichnis /etc/ssl/certs ablegen, dabei sollte man einen aussagekräftigen Namen verwenden, damit man diese Dateien, falls nötig, wiederfindet. Damit nun das Zertifikat auch von Programmen gefunden werden kann, ist es nötig, einen speziellen Symlink auf die Zertifikats-Datei anzulegen. Dazu benötigt man zuerst den Hash-Code des Zertifikats. Diesen bekommt man z. B. mit folgendem Befehl:

mlohr@home:/etc/ssl/certs$ openssl x509 -in CACert_root.pem -noout -hash
5ed36f9

Die Zeichenkette 5ed36f9 ist der gesuchte Hash. Für den Namen des Symlinks hängt man noch .0 (Punkt Null) hintendran:

mlohr@home:/etc/ssl/certs$ sudo ln -s CACert_root.pem 5ed36f9.0

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich. Da man nicht immer root ist um solche Vorhaben durchzuführen gibt es von gnupg auch eine Variante, Zertifikaten zu vertrauen (inwiefern dieser und der eben beschriebene Mechanismus zusammen arbeiten weiß ich nicht, da muss ich mich wohl nochmal schlaulesen): In seinem Home-Verzeichnis einfach die Datei ~/.gnupg/trustlist.txt erstellen und in diese Datei die Hashes der zu vertrauenden Zertifikate eintragen. Als Beispiel hier meine Datei mit den Hashes der beiden CACert-Zertifikate:

mlohr@home:~/.gnupg$ cat trustlist.txt
135CEC36F49CB8E93B1AB270CD80884676CE8F33
DB4C4269073FE9C2A37D890A5C1B18C4184E2A2D

Ich hoffe, das hilft erstmal weiter. Wenn jemand Wissenswertes zu den Themen weiß, kann er mir das gerne mitteilen, dann erweitere ich diesen Artikel – oder eben als Kommentar gerade hinterlegen. Gleiches gilt natürlich auch bei groben Fehlern etc.

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Frohe Weihnachten!

25. Dezember 2009 Matthias Lohr Keine Kommentare

Ich wünsche allen frohe Weihnachten, besinnliche Festtage und für demnächst auch einen guten Rutsch!

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit, die Ihr meinem Blog widmet und freue mich auf ein wiederlesen im neuen Jahr!

Viele Grüße
Matthias Lohr

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Wordpress-Blog umgezogen

20. Dezember 2009 Matthias Lohr Keine Kommentare

Mein Blog ist ab sofort unter http://www.matthias-lohr.net/ erreichbar. http://blog.ml.vg/ ist allerdings weiterhin als Redirect auf die neue Adresse aktiv.

Da viele Leute Probleme haben bei einem Wordpress-Umzug hier eine kleine Anleitung, wie ich (nach einigen Versuchen) den Blog umgezogen bekam:

  1. Backups! Bevor man irgendetwas an seinem Blog ausprobiert, sollte man sowohl die Dateien als auch die Datenbank sichern, um im Problemfall den alten Stand wiederherstellen zu können.
  2. Dateien auf den neuen Server kopieren. Bitte dabei beachten, dass alle Dateien entsprechende Rechte bekommen (und die wp-config.php entsprechend wenige).
  3. In der alten Installation (vorsicht, hier machen wir was kaputt!) in den Einstellungen die Seiten URL auf die neue URL ändern. Danach wird der Blog auf der alten URL nicht mehr korrekt angezeigt!
  4. Datenbank aus der alten Installation exportieren und in der neuen einfügen. Ggf. die Einstellungen in der wp-config.php anpassen, damit die neue Installation auch auf die Daten zugreifen kann.
  5. Auf dem neuen Server die Inhalte von wp-content/cache/ löschen.
  6. In der Datei wp-content/advanced-cache.php den Pfad an die aktuelle Konfiguration anpassen.

Theoretisch müsste der Blog nun wieder einwandfrei laufen. Ggf. muss man noch eigene Links in den entsprechenden Seiten anpassen, die man geschrieben hat.

Wenn noch Fragen oder Anmerkungen sind bitte einfach das Kommentarfeld nutzen, vielen Dank!

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CACert Assurer

24. Oktober 2009 Matthias Lohr Keine Kommentare

Seit Mitte dieser Woche darf ich mich guten Gewissens CACert-Assurer nennen, das bedeutet, dass ich die Identität für andere CACert-Benutzer überprüfen und bestätigen darf.

CACert ist eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, vertrauenswürdige SSL-Zertifikate jedem, der möchte, sehr kostengünstig (meist kostenlos) zur Verfügung zu stellen. Dafür bedient sich CACert der Idee, das deren Mitglieder gegenseitig ihre Identität bestätigen, wobei man für jede erhaltene Bestätigung Punkte erhalten kann. Sobald man 50 Punkte gesammelt hat, kann man z. B. 24 Monate gültige Zertifikate ausstellen (genaueres unter: CACert Punktesystem).

Jeder, der sich von mir assuren (also die Identität überprüfen) lassen möchte (und entweder in der Nähe von Trier, Zell (Mosel) oder bei Koblenz wohnt) kann sich bei mir melden, dann können wir gerne einen Termin für ein persönliches Treffen vereinbaren.

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Zweistellige .de-Domains?

16. Oktober 2009 Matthias Lohr Keine Kommentare

Wenn man den aktuellen Meldungen auf der Denic-Seite Glauben schenken kann (nein, wir haben nicht den ersten April) gibt es am dem 23. Oktober zweistellige .de-Domains (siehe http://www.denic.de/domains/allgemeine-informationen/einfuehrung-neuer-domains.html). Über Preise ist dort nichts angegeben, daher bin ich mal gespannt, was das wird und wie schnell diese Domains weg sind… oder ob das überhaupt was wird.

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Neuer GPG-Schlüssel

Aus verschiedenen Gründen habe ich mir einen neues GPG-Schlüsselpaar erstellt. Der öffentliche Schlüssel sollte ab sofort über die bekannten Keyserver abrufbar sein. Alternativ kann man den Schlüssel auch hier direkt herunterladen.

Informationen zum Schlüssel:
Schlüssel-ID: 0xD0878537F4B53E06
Fingerabdruck: 38B7 758A 9115 A693 9DCA 119F D087 8537 F4B5 3E06

Wenn jemand ein gegenseitiges Signing möchte, kann man mich über die im Schlüssel hinterlegten E-Mail Adressen erreichen und wir können ein persönliches Treffen vereinbaren, am besten entweder bei der Universität Trier oder im nahen Umkreis von Zell (Mosel).